Blog Digitales Nomadentum & Selbstständigkeit

Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Wie motiviere ich mich?

Die Frage ist mir mittlerweile so häufig über den Weg gelaufen, dass ich dem Thema mal einen kleinen Beitrag widmen möchte: Wie motiviere ich mich zum Arbeiten, wenn ich an einem schönen Ort sitze, wo die meisten Menschen um mich herum Urlaub machen?

Wer in den nachfolgenden Absätzen jetzt auf irgendwelche ausgefeilten Motivationstechniken hofft, ist bei mir leider an der falschen Adresse. Ich habe ehrlich gesagt nie wirklich intensiv über das Thema nachgedacht und auch bis heute glücklicherweise keine ernsthaften Motivationsprobleme in Bezug auf meinen Job als Webdesigner und Fotograf gehabt.

Ich stehe (spät)morgens auf, schnappe mir eine Tasse Kaffee und checke erst einmal meine E-Mails, die bis dahin so aufgeschlagen sind. Danach folgen einige Klicks durch die üblichen Social Media Kanäle und nach einer Stunde bin ich dann meistens voll in der Arbeit versunken. Dabei bin ich meistens alleine oder zumindest an Orten, wo man sich gut konzentrieren kann oder die Hintergrundgeräusche zu einem monotonen Rauschen verkommen. Ich brauche auf alle Fälle meine Ruhe und habe auch das Telefon fast vollständig aus meinem Arbeitsalltag verbannt, da ich das immer als Ablenkungsquelle Nummer 1 empfand.

Sæbø Campingplatz (Eidfjord, Norwegen)

Schaue ich dann ab und zu aus dem Fenster des Wohnwagens, Cafés oder Gästezimmers, dann sehe ich meistens Menschen, die zu 100% im Urlaubsmodus sind. Man bereitet sich auf die nächste Wanderung vor oder sitzt einfach mit einem Bier in der Hand faul in der Sonne. Man hat ja Urlaub. Am Anfang hat mich das noch irgendwie subtil unter Druck gesetzt und ein wenig abgelenkt, aber in den letzen Jahren immer weniger. Aktuell stört es mich überhaupt nicht mehr und ich bin meistens sogar motivierter als in meiner Wohnung oder in einem vertrauten Coworking-Space. Das kommt vor allem durch meine immer langsamer Art des Reisens und auch durch die Wahl meiner Reiseziele. Ich wähle immer häufiger Orte, die ich bereits kenne und grob weiß, was mich dort erwartet.

Das hat für mich gleich mehrere Vorteile: Ich kann bei schlechtem Wetter die Zeit sinnvoll nutzen und Geld verdienen und brauche dazu nur ein stabiles WLAN- oder LTE-Signal. Zum anderen kann ich meine Foto-Exkursionen, Roadtrips und Wanderungen auf die Tage oder Stunden legen, an denen das Wetter auch wirklich passend ist. Dann bin ich auch gerne einmal den ganzen Tag draußen unterwegs – unabhängig davon, ob es ein Werktag ist. Die Arbeit hole ich dann entweder an den darauffolgenden Tagen nach oder noch am selbigen Abend.

Ich bin ein großer Fan dieser „Mikro-Urlaube“ und die sind es, die kaum einen Tag wie den anderen erscheinen lassen. Ein gutes Mittel gegen die Monotonie des Alltags und einfach eine schöne Belohnung nach getaner Arbeit.

Rucksack, Kamera und ein wenig Proviant schnappen und los geht’s. Daher habe ich auch das Leben im Wohnwagen so ins Herz geschlossen: Man sitzt meistens mitten in der Natur und ist direkt draußen und weg von der Computerwelt. Auch gut für die kleinen Pausen (und die Augen), bei denen man sonst eher gerne mal vor Facebook versackt …

Ich denke, dass ich den größten Teil meiner Motivation einfach aus der Tatsache ziehe, dass ich mir während des Reisens das Reisen finanziere.

Das fühlt sich einfach wundervoll an und funktioniert mittlerweile auch stressfrei und ohne den Verzicht auf etwas Wesentliches. Das ist irgendwie einfach mein persönlicher Job-Alltag geworden. Und das Wort „Alltag“ hier vollkommen ohne die negative Einfärbung von Eintönigkeit. Ich bin wahnsinnig dankbar, dass sich das über die Jahre so gut eingespielt hat und in erster Linie dankbar für meine tollen Kunden, die mir dieses spannende Nomadenleben überhaupt ermöglichen. Als selbstverständlich habe ich das nie angesehen – nichts von alledem. Und es hat auch viel experimentieren und Nerven gekostet, bis man an dem Punkt kommt, an dem Reisen kein Stressfaktor mehr ist. Da hilft auch kein 10-Punkte-Ratgeber, sondern einzig alleine die Erfahrung und auch der eine oder andere beherzte Sprung ins kalte Wasser.

Island - Dettifoss Wasserfall zur Mitternachtssonne

Aber am Ende des Tages würde mir auch das schönste Panorama nicht zum Glück verhelfen, wenn ich meine Arbeit nicht auch lieben und schätzen würde.

Das ist und bleibt die wichtigste Grundzutat und auch die wesentlichste Quelle für (meine) Motivation. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne an sehr vielen Themen und Projekten gleichzeitig arbeite und das wird mir immer wichtiger. Denn das, was vor 10 Jahren meine berufliche Leidenschaft war, muss es nicht automatisch auch für die kommenden 10 Jahre auch sein. Durch verschiedene Kunden und Einnahmequellen kann ich viel besser darauf reagieren, wenn ich an der einen Sache einmal die Lust verlieren sollte. Dann muss ich nichts überstürzen oder jahrelang ignorieren, sondern verlagere meine Energie einfach mehr in Richtung der anderen Projekte. Passives Einkommen durch den Verkauf von Stockfotos und digitalen Produkten ist hierbei auch ein sehr wichtiges Thema für mich geworden. Das hat eine ganz neue Motivation und Leidenschaft in mir geweckt und dazu schreibe ich in Zukunft definitiv auch noch mehr.

Ja, das sind in Kurzform die Gründe, weshalb mir morgens niemand in den Allerwertesten treten muss, sondern ich gerne und selbstständig den Laptop aufklappe und in die Tasten haue. Und das unabhängig von Wetter und Aussicht – aber bitte stets mit einer guten Tasse Kaffee …


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