Blog Persönliche Gedanken

Von Zuhause über die Ferne schreiben – gar nicht so einfach …

Seit einem guten Monat bin ich nun von der Fähre gerollt (siehe 174 Tage Island – Was ich gesucht und gefunden habe) und seitdem habe ich auf diesen Seiten nicht sehr viel zu digitalem Papier gebracht. Das liegt zum einen an dem Organisations- und Terminmarathon zum Jahresende, aber viel mehr hat es doch mit einer kleinen Schreibblockade in mir zu tun … An Themen mangelt es nämlich absolut nicht – diese Liste wird jeden Tag ein wenig länger und dürfte bald schon dreistellig sein …

Ich habe es mir einfach nicht so schwer vorgestellt, aus Ferne über meine Reisen zu schreiben. Mit jedem Tag werden die Bilder in meinem Kopf ein wenig abstrakter und die richtigen Worte finden sich auch nicht mehr so leicht.

Was in Island in meinem überschaubaren Wohnwagen so wunderbar funktionierte, kostet mich hier deutlich mehr Überwindung. Als hätte der Alltag in Deutschland die Erinnerungen und Gefühle einfach abgewaschen. Es fühlt sich schon fast ein wenig „falsch“ an, über Gletscherhöhlen und Nordlichtbilder zu schreiben, wenn man draußen auf eine graue Wiese schaut …

Ich bin sehr glücklich über die zahlreichen Fotos aus den letzten Monaten und habe es mittlerweile auch geschafft, alle Motive zu sichten und auszusortieren. Dabei habe ich zahlreiche Ideen für neue Fotoserien und Reiseberichte bekommen, die es ebenfalls auf die Themenliste geschafft haben. Es fühlt sich immer wie eine kleine Zeitreise an, in wenigen Sekunden durch hunderte Motive und Orte zu scrollen – aber es macht Spaß, alles Revue passieren zu lassen und weckt auch jedes mal wieder ein wenig Fernweh in mir. Es ist glücklicherweise kein schweres und unerfülltes Fernweh – sondern vielmehr eine Vorfreude auf die nächste Reise. Denn die ist bei mir meistens schon geplant, bevor ich die jeweilige Rückreise angetreten habe. Nicht immer in spruchreifer und konkreter Ausführung, aber eigentlich ist da immer schon diese nächste Sache …

Skaftafell Nationalpark zum Sonnenaufgang im Mai

Heute ist ein guter Tag, denn ich schreibe mittlerweile an meinem dritten Blog-Beitrag und gerade ist nur die Müdigkeit mein Feind. Das „Geheimnis“ ist wohl das gleiche, wie bei so vielem im Leben: Nach vorne schauen und nicht stehen bleiben. Und ich habe viele Dinge, auf die ich mich im kommenden Jahr freuen kann und bin gleichzeitig auch wahnsinnig dankbar, was ich 2016 alles erleben und erfahren durfte. Nichts davon war selbstverständlich oder ist mir einfach so in den Schoß gefallen und nichts von dem was kommt wird es sein.

Mir macht es wahnsinnig viel Freude, anderen Menschen über Dinge zu berichten, für die ich mich begeistere und das war auch die Ursprungsmotivation für diesen Blog.

Wenn ich mir das jetzt so deutlich in Erinnerung rufe, wirkt die anfangs erwähnte Schreibblockade beinahe schon wieder abstrakt und fast möchte ich diesen Absatz löschen … Manchmal braucht es vielleicht nur den Schwung der ersten Zeilen, um wieder in den Schreibmodus zu kommen. Ansonsten speichere ich mir einfach diesen Beitrag als eigenes Lesezeichen und Erinnerung, falls es mal wieder nicht voran gehen sollte. Immerhin schreibt hier jemand, der mich ganz gut kennt und dem ich vertraue …


Dir hat der Beitrag gefallen?
Dann würde ich mich sehr freuen, wenn du ihn mit deinen Freunden teilst:

  1. Ich vermute, dass es die Umgebung ist, die die „Blockade“ verursacht. Mir zumindest geht es ebenso. Es ist, als ob dich auf Island ein anderer „Spirit“ umgibt. Kaum setze ich dort einen Fuß auf den Boden, ist der Kopf nach wenigen Augenblicken frei und zu allen Denk(schand)taten bereit. Wieder weg von der Insel braucht es einiges an Anstrengung, das nebulöse Grau im Kopf zu beseitigen und all die Bilder und Gedanken wieder abzurufen und in flüssige Sätze zu formen ;-).

    Monique

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.