Blog Digitales Nomadentum & Selbstständigkeit

Warum Reykjavík die ideale Stadt für digitale Nomaden ist

Stdadtsee in Reykjavik

Insgesamt habe ich über all die Jahre in Reykjavík sicherlich ein knappes Jahr verbracht – immer auf der Suche nach neuen und gemütlichen Orten, an denen ich ungestört mit dem Laptop arbeiten und eine gute Kaffeeversorgung genießen kann.

Mit den immer zahlreicher werdenden Touristen, haben sich manche Orte leider nicht unbedingt zum Besseren verändert oder sind komplett verschwunden – aber die Stadt ist aus meiner Sicht immer noch ideal für digitale Nomaden. Man zahlt hier dank „Inselstatus“ und Tourismus-Boom eigentlich für alles etwas (oder deutlich) mehr als auf dem europäischen Festland – kommt dafür aber auch in den Genuss von Vorteilen, die mir persönlich viel wert sind und nicht direkt in Euros bzw. Kronen aufgewogen werden können:

  1. Kostenloses, schnelles und gut verfügbares WLAN
    Das wichtigste vorweg: Die Verfügbarkeit von kostenlosem und vor allem meist sehr schnellem Internet (Glasfaser!) ist in Island generell sehr vorbildlich und da macht Reykjavík keine Ausnahme. Sind zwar die meistens WLAN-Netze mittlerweile mit Passwort geschützt, bekommt man dieses in der Regel problemlos an der Theke oder es steht ohnehin für jeden sichtbar an der Wand. Es gibt kaum einen Ort, wo es kein WLAN gibt und wenn es einmal etwas lahmt, loggt man sich einfach in das Netz vom Nachbar-Laden ein …
  2. (Filter-)Kaffee kostenlos nachfüllen
    Kaffee zählt in Island zum Nationalgetränk und wird eigentlich von morgens bis abends konsumiert. In Reykjavík gibt es allgemein vorzüglichen Kaffee und teilweise sogar aus eigenen Röstereien wie „Reykjavík Roasters“. Und das Beste: Oftmals sind kostenlose Refills mit im Preis inbegriffen. Natürlich sollte man das nicht schamlos ausnutzen und das gilt auch nur für Filterkaffee. Wenn man sich einen Milchkaffee aus der Siebträgermaschine gegönnt hat, berechtigt das in der Regel auch zum kostenlosen Nachfüllen von Filterkaffee. Das spart bei einer längeren Arbeitssitzung doch einiges an Geld.
  3. Selbstbedienung in Cafés
    Das ist ein Punkt, den ich anfangs gar nicht als Vorteil gelistet hätte und der auch bei einem kurzen Aufenthalt in einem Café nicht wirklich relevant ist. Wenn ich aber länger verweilen und vor allem konzentriert arbeiten möchte, dann schätze ich es sehr, dass in fast allen Cafés Selbstbedienung ist und man seine Ruhe hat. Für Trinkgeld steht an der Theke meistens eine Art Spardose, wird aber auf Island generell nicht erwartet – zudem ist es auch ein reines Kreditkartenland. Dennoch habe ich meistens ein paar Münzen für Trinkgeld parat, besonders wenn ich mich länger an einem Ort aufgehalten habe oder wenn ich vor lauter Arbeit wenig konsumiert habe.
  4. Kostenloses Wasser
    In so ziemlich jedem Café, Hostel oder Restaurant kann man sich kostenlos mit Leitungswasser versorgen – irgendwo im Raum steht fast immer ein Tisch mit Gläsern und Wasserkaraffen und nicht selten sogar Eiswürfeln. An der Theke muss man also nicht nach einem Glas Wasser fragen, was in Deutschland ja allgemein immer ein wenig verpönt ist.
  5. Niemand schaut dich blöd an
    Mit dem Laptop auf dem Tisch fällst du in einem Café in Island nicht (unangenehm) auf. Absolut nicht. Selbst samt Notizbuch, Mauspad, Maus und allerhand Kabel ist das nicht anders. Nicht jeder mag am Arbeiten sein, aber ein Laptop oder Tablet liegt (nebst obligatorischem Smartphone) auf jedem zweiten Tisch und die Isländer selbst sind generell sehr technologieverliebt. Viele Leute treffen sich zum Lernen und Studieren oder Touristen sortieren schon einmal die Urlaubsfotos aus. Viele sitzen schon wenn ich komme und sitzen immer noch, wenn ich ein paar Stunden später weiterziehe. Allgemein trägt das zu einer sehr lockeren „Arbeitsatmosphäre“ bei und nicht selten liegt sogar eine abgenutzte Mehrfachsteckdose quer durch den Raum, um seine Geräte auch noch aufladen zu können. So macht das Spaß!
  6. Preiswertes und schnelles 3G/4G-Netzwerk
    Wenn doch einmal kein (kostenloses) WLAN vorhanden ist oder die Geschwindigkeit nicht zum Arbeiten oder skypen ausreicht, dann gibt es in Island sehr günstig Abhilfe: An vielen Ecken wie beispielsweise Tankstellen bekommt man für wenig Geld eine SIM-Karte von Síminn (beste Netzabdeckung), die man dann über diese Website bequem aufladen kann. Dabei kosten beispielsweise 5 GB umgerechnet 20 EUR oder 50 GB nur 45 EUR (Stand: Oktober 2016) und in vielen Stellen des Landes ist sogar 4G bereits sehr gut ausgebaut – auch im Großraum Reyjavik. Aber selbst an sehr abgelegenen Orten hatte ich teilweise schon eine stabile und schnelle 3G-Verbindung aufgebaut, wo ich nicht einmal ein normales Signal zum Telefonieren erwartet hätte. Dazu gibt es hier auch eine informative Karte zur Netzabdeckung.

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Meine Lieblingsorte zum Arbeiten

Ich möchte diese Liste lieber kurz halten und das sind meine (derzeitigen) Favoriten:

  1. KEX Hostel
    Das KEX Hostel ist für mich schon ein Klassiker. Ich habe hier schon einiges an Geld für großartige Burger oder ein richtig gutes Bier vom Fass ausgegeben – aber noch nie dort übernachtet. Denn das KEX ist nicht nur ein Hostel, sondern auch eine detailverliebte und urgemütliche Mischung aus Bar, Cafè und Restaurant im Industrie-Stil. Tagsüber ist es in der ehemaligen Keksfabrik meistens relativ ruhig, da die Hostelgäste auf Tour sind und man hat die Qual der Wahl aus Dutzenden verschiedenen Tischen, Stühlen und Couches. Das WLAN ist kostenlos und gegen Abend leider etwas langsamer bzw. leicht überlastet.
    AnschriftSkúlagata 28, 101 ReykjavíkWebsite / Facebook
  2. Kaffihús Vesturbæjar
    Das gemütliche „KaffiVest“ liegt ein wenig außerhalb des Stadtzentrums und ist in der Regel von Isländern gut bevölkert. Der Kaffee ist erstklassig (Free Refills für Filterkaffee) und es gibt leckeren Kuchen und Gebackenes zu fairen Preisen. Die Bedienung war stets freundlich und das Internet ist unglaublich schnell. Die Tische sind super zum Arbeiten und im Eck hat man auch ein wenig seine Ruhe. Wer mit dem Auto anreist, findet zudem meist problemlos einen Parkplatz um die Ecke.
    Anschrift: Melhaga 20-22, 107 Reykjavík / Website / Facebook
  3. Reykjavík Coworking Unit
    Wer sich länger in Reykjavik aufhält und neben Gleichgesinnten auch einen richtigen Arbeitsplatz sucht, der sollte sich einmal diesen Coworking Space ansehen. Ich habe hier einige Wochen am Stück gearbeitet und es war stets eine nette und gemütliche Atmosphäre. Leider sind die Preise stark angestiegen und ich kann daher einen Tagespass (25 EUR) oder Wochenpass (140 EUR, fester Arbeitsplatz) nur eingeschränkt empfehlen. Wer sich für mindestens 3 Monate verpflichtet, zahlt allerdings faire 300 EUR im Monat für einen festen Arbeitsplatz. Eine Flatrate für Kaffee und Tee ist aber immer inklusive.
    Anschrift: Laugavegur 116, 101 Reykjavík / Website / Facebook

Coffee in Reykjavik

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